Jetzt finden wir endlich mal Zeit, von unserem schönen Weihnachtsfest zu berichten. Der Weihnachtsmorgen begann mit Arbeit. Montag ist der einzige Tag in der Woche, an dem alle Volunteers arbeiten müssen, und so verschoben sich unsere Vorbereitungen fürs Fest in den Nachmittag. Wir hatten Gruppen gebildet, die sich um je ein großes Gericht kümmerten. Es wurde fleißig gekocht sowie die Terrasse vorm Christopher House gereinigt und - so gut es ging - dekoriert. Als wir dann gegen sieben Uhr abends fertig waren, konnte sich das Resultat durchaus sehen lassen!
Ein echtes Festmahl: Es gab zwei Sorten Fisch mit einer leckeren Sahnesoße, Hähnchen mit Süßkartoffeln und neuseeländischem Spargel, gefüllte Champignons, Salat mit Hähnchenbruststreifen, Kartoffelsalat, Chutney und diverse Beilagen mit komplizierten Namen, die größtenteils sehr gut schmeckten. Zum Nachtisch wurden Tiramisu, Himbeertraum und Mango-Creme serviert.
Zu Weihnachten hatten wir Zuwachs bekommen. Alle 9 Volunteers waren natürlich da. Außerdem feierten Leonards Vater Stefan und Leonards Kumpel Vincent gemeinsam mit uns. Auch da waren der Freund von Anne und dessen Weltreisenkumpane Leon. Alissa, eine Freundin von Eileen, fand auch den Weg nach Auckland.
Wir versuchten ungeachtet der hohen Temperaturen typische Weihnachten zu feiern. Dazu gehörten ein Weihnachtsbaum, der auch "prachtvoll" dekoriert werden wollte, sowie literweise Glühwein. Nachdem wir königlich gespeist hatten, bekamen wir Besuch von unseren Arbeitskollegen Posie und Joseph, die sich vermeintlich deutsche Weihnachten nicht entgehen lassen wollten.
Mira schmückt unseren herrlichen Weihnachtsbaum, "Rudolph" (Stefan) vermisst den Schnee.
Nun wurden fröhlich Weihnachtslieder in allen Oktaven und zwei Sprachen geträllert (der Glühwein ging auch langsam zur Neige). Nach diesem - abwechselnd von Gitarre und Klarinette begleiteten - Pflichtprogramm, gingen wir zum Wichteln über. Das bedeutet: Vor einem Monat hatten wir den Namen eines Volunteers verdeckt gezogen. Dieser Person mussten wir ein möglichst persönliches Geschenk machen sowie ein Gedicht schreiben. Anhand dieses Gedichtes mussten an Heiligabend die anderen Freiwilligen erraten, wen man gezogen hatte. Alle Gedichte waren sehr witzig geschrieben und wir hatten jede Menge Spaß. Um Mitternacht stieß Elia, ein deutscher Mitarbeiter, hinzu und wir sahen uns das Video unserer Christmas Performance vom 9. Dezember an.
Sonntag, 30. Dezember 2012
Dienstag, 25. Dezember 2012
Sonntag, 23. Dezember 2012
Gefahr?
23. Dezember
Diese Insel ist die Hölle! Wo auch immer man hingeht, man sollte ständig auf der Hut sein. Die Gefahr könnte überall lauern. Unter der Fußmatte, in der eingerollten Tageszeitung, in der Klimaanlage des PKWs... Die 10 giftigsten Tiere der Welt leben hier! Einfach so in den Busch gehen? Sich auf eine einladend grüne Wiese legen? Daran ist nicht zu denken.Ein Glück, dass dieser Ort 2000 km von Auckland entfernt ist. Zwischen Neuseeland und Australien liegt genug Meer, um zu verhindern, dass all die Schlangen und Spinnen zu uns gelangen. Die giftigen Quallen der australischen Küste könnten das Meer zwar kreuzen - sie tun es aber einfach nicht. Und so führt die geographische Isolation zu der angenehmen Tatsache, dass man hier völlig ohne Angst durch wildesten Busch kraxeln kann. Selbst menschenfressende Riesengreifvögel, die hier mal gehaust haben sollen, haben die Maori netterweise schon ausgerottet.
Dem Menschen am gefährlichsten wird nur der eigene Leichtsinn. Die wunderschönen Strände westlich von Auckland mit ihrem hohen Wellengang ziehen regelmäßig Surfer wie magisch an. Leider kennzeichnen sich sämtliche Küstenabschnitte der Westseite durch tückische Strömungen aus allen Richtungen, die den (unerfahrenen) Surfer nur zu leicht hinaus ins Meer saugen können. Daher gibt es an fast jedem größen Strand Rettungsschwimmer, die auch alle Hände voll zu tun haben. Am beliebtesten Badestrand der Region (Piha) wird die Rettungscrew häufig mit einer Kamera des neuseeländischen Fernsehens begleitet. Jeden Montagabend kann man sich ansehen, wie die Retter irgendwelche äußerst erstaunt dreinblickende Menschen aus dem Meer fischen. Im Anschluss kann wer davon nicht genug hat, der Bergwacht dabei zusehen, wie sie äußerst erstaunt dreinblickende Menschen aus Lawinen fischt. Das sagt nicht nur viel über uns Menschen, sondern auch über das staatliche Fernsehen Neuseelands.
Apropos Gefahr: Der Zyklon lässt auf ich warten! Bisher ist alles ruhig geblieben.
Samstag, 22. Dezember 2012
Von Zyklonen und anderen Winden
22. Dezember
Nicht nur in "Windy Wellington", der Hauptstadt Neuseelands, zieht es mitunter heftig, nein, auch in der City of Sails kann es einen schon mal von den Füßen pusten. Was uns morgen bevorsteht könnte jedenfalls ein Erlebnis der ungemütlichen Art werden. Das hängt davon ab, ob die Ausläufer des Zyklons, der auf den Fidschi-Inseln für verheerende Überschwemmungen gesorgt hat, sich mittlerweile weit genug abgeschwächt haben oder nicht. Während bei den meisten von euch grüne Weihnachten erwartet werden, können wir uns jedenfalls auf sehr nasse Weihnachten einstellen.Aber was ist das eigentlich: ein Zyklon? Zyklone sind Stürme, die stärker sind als Windstärke 12. Synonyme für dieses Wetterphänomen sind Taifun und Hurrikan. Im südlichen Teil des Pazifiks werden diese Stürme Zyklone genannt, im Nord-West-Pazifik Taifun und im überwiegenden Rest der Welt Hurrikan. Die korrekte deutsche Bezeichnung lautet Wasserhose.
Tornados sind übrigens die Stürme mit der charakteristischen Schlauchform. Von einem Tornado spricht man eigentlich nur, wenn er über Land auftritt (zu deutsch: Windhose).
Einen Tornado hatten wir hier in Auckland auch schon. Vor etwa zweieinhalb Wochen ist jener durch den nördlichen Teil Aucklands gefegt, hat zum Teil Häuser zerstört und Überschwemmungen verursacht - drei Menschen kamen ums Leben. Solch starke Stürme kommen mittlerweile regelmäßig - etwa einmal im Jahr - in Auckland vor, was eine neue Entwicklung darstellt. Noch vor 15 Jahren kamen Tornados hier nicht vor... Der Stadtteil Hobsonville im Norden Aucklands wurde bei diesen starken Winden bisher immer hart getroffen. Es gibt Gerüchte über eine Familie, die dieses Jahr ihr Haus zum fünften Mal wieder neu errichten musste.
Freitag, 21. Dezember 2012
Rechts, links oder doch wieder anders herum?
21. Dezember
Dass Neuseeländer es den Briten gleich tun und auf der linken (bzw. falschen) Seite Auto fahren, dürfte den meisten von euch bekannt sein. Dass man sich entsprechend auch auf Gehwegen, Treppen und Eingängen links halten sollte, ist ebenfalls wenig überraschend. Da könnte man meinen, dass die Vorfahrtsregeln den Gegebenheiten hier in Neuseeland angepasst wären. Weit gefehlt. Es gilt nicht etwa links vor rechts, sondern wie bei uns in Good Old Germany rechts vor links. Der Blinker sitzt unseren neuseeländischen Hohepa-Vans auch nicht wie bei deutschen Autos auf der linken, sondern auf der rechten Seite. Drückt man im Eifer des Gefechts mitten im Aucklander Straßenverkehr die falsche Seite, gehen bei schönstem Sonnenschein die Scheibenwischer an. Um die Verwirrung perfekt zu machen, fahren wir privat hier in Neuseeland ein deutsches Auto. Da VW bei der Anpassung an neuseeländische Straßenverhältnisse zwar das Lenkrad auf die rechte Seite versetzt, nicht jedoch die Position der Blinker und Scheibenwischanlage vertauscht hat, kommt es bei uns viel zu oft dazu, dass unsere Scheibenwischer über die trockene Frontscheibe quietschen. Doch Neuseeländer fahren nicht nur auf der falschen Straßenseite, sondern haben Schlösser, die zur entgegengesetzten Seite schließen und öffnen. Es mag uns schwer fallen, zu bestimmen, zu welcher Seite sich deutsche Türschlösser öffnen lassen, aber Helge und ich erleben es tagtäglich, dass wir die Vans zur falschen Seite hin zu öffnen versuchen. Manche Automatismen lassen sich nur schwer abstellen.Donnerstag, 20. Dezember 2012
Pohutukawa
20. Dezember
Sicher fragt ihr euch, wer oder was sich hinter dem maorischen Namen "Pohutukawa" verbergen mag. Es ist ein Baum. Allerdings nicht irgendeiner, sondern ein immergrüner, bis zu 15 Meter hoher Baum, der seinen Ursprung in den Küstenregionen der Nordinsel Neuseelands hat. Das Besondere an ihm sind seine grellroten Blüten. Diese trägt der Baum zwischen Anfang Dezember und Ende Januar, was ihm den Spitznamen "Christmas Tree" eingebracht hat. In Coromandel, aber auch in einem Stadtteil Aucklands ganz in der Nähe, soll es einige wunderschöne Pohutukawa-Wälder geben, die wir dringend besuchen müssen. Laut Maori-Mythologie gibt es einen uralten Pohutukawa an der Nordspitze Neuseelands. Dort betreten die Seelen der Toten das legendäre Totenreich Hawaiki.Mittwoch, 19. Dezember 2012
Was für ein Wetter!
19. Dezember
Drei Faktoren bestimmen das Klima Neuseelands: Das Meer, die Berge und der starke, aus Westen kommende Wind der "Roaring Forties". Im Durchschnitt sind die Temperaturen mild, die Regenfälle sind recht hoch und die meisten Teile des Landes können sich vieler Sonnenstunden über das Jahr hinweg erfreuen.In Neuseeland ist von September bis November Frühlingszeit. Der Sommer erstreckt sich von Dezember bis Februar, der Herbst dauert von März bis Mai. Der relativ milde Winter erhält Einzug im Juni, wobei die ersten Frühjahrsblumen schon im späten August beginnen zu blühen. Auf Meereshöhe beträgt die Jahresdurchschnittstemperatur im subtropischen Norden des Landes um die 16°C, in den gemäßigteren Regionen im Süden hingegen nur 10°C. Besonders hohe Temperaturen im Sommer werden auf beiden Inseln vor allem im Osten des Landes erreicht. Temperaturen über 40°C sind extrem selten (gemessen in Marlborough und in Canterbury). Die kältesten Winter gibt es in Central Otago, wo Tiefstwerte von bis zu -22°C gemessen werden.
Eine relativ unverschmutzte Atmosphäre und das Loch in der Ozonschicht über der Antarktis führen dazu, dass ein effektiver UV-Schutz in Form von Sonnencreme hier in Neuseeland von besonderer Bedeutung ist. Sonnenhut und Sonnenbrillen sind ebenfalls sowohl am Strand im Sommer als auch im Winter beim Skifahren äußerst empfehlenswert. Selbst an bewölkten Tagen durchbricht die UV-Strahlung die Wolken und 10 bis 20 Minuten ohne Sonnenschutz im Sommer reichen aus, um einen ordentlichen Sonnenbrand davonzutragen.
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