Freitag, 7. Dezember 2012

Stern des Südens

7. Dezember

Nein, dieses eine Mal ist mit "Stern des Südens" nicht der FC Bayern gemeint... Vielmehr meine ich damit das Kreuz des Südens, eine Sternenkonstellation, die in der südlichen Hemisphäre das ganze Jahr über, in der nördlichen Hemisphäre nur selten am Horizont, erspäht werden kann. Das Kreuz des Südens besteht aus 5 besonders gut sichtbaren Sternen, die zusammen aussehen wie ein Kreuz. Das Kreuz aus Sternen ist nicht nur bei den Gauchos Argentiniens beliebt, sondern wurde offenbar auch von Seefharern gerne zur Orientierung verwendet. Das Kreuz hat es nämlich in der südlichen Hemisphäre in zahlreiche Nationalflaggen geschafft. So auch in die offiziellen Flaggen von Australien und Neuseeland.

Da diese leicht zu verwechseln sind, haben wir uns entschlossen, sie einmal gegenüber zu stellen.








Links seht ihr die australische Flagge. Das dort abgebildete Kreuz des Südens ist etwas näher am Original (Mitte) als das Symbol auf der Flagge Neuseelands (rechts). Bedeutende Unterschiede beider Flaggen sind der zentrale Stern unter dem Union Jack, die Anzahl (der Zacken) der Sterne sowie die Farbe der Sterne des Südkreuzes. Dennoch werden beide Flaggen häufig verwechselt. Vermutlich ist gerade die Ähnlichkeit zur australischen Flagge der Grund, warum viele Neuseeländer den Silberfarn auf schwarzem Grund vorziehen...

Übrigens ist hier in Auckland der Sternenhimmel bei geringer Bewölkung ausgesprochen klar zu sehen. Ob es an der guten Luft (?) oder an der weniger dichten Besiedelung liegt, wissen wir nicht...

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Spiel mit dem Feuer

6. Dezember

Ich beginne heute mit einem Rückblick. Genau vor 4 Monaten ist in Neuseeland der Mount Tongariro ausgebrochen, ein Vulkan, der sich seit 155 Jahren nicht mehr zu Wort gemeldet hatte. Und vor etwa drei Wochen hat es wieder gerumpelt. Mount Tongariro ist von Auckland etwa 4 Autostunden entfernt und somit keine direkte Bedrohung für uns. Allerdings erinnert das Ganze einen wieder daran, wo man sich eigentlich befindet (oder besser gesagt, worauf).

Dort, wo die Indisch-Australische und die Pazifische Erdplatte aufeinander stoßen, befindet sich der Pazifische Feuerring. Genau auf dieser "Narbe" liegt auch Neuseeland. Erst durch tausende Vulkaneruptionen konnte sich die jetzige Landfläche überhaupt aus dem Meer erheben. Auckland selbst liegt auf einem Vulkanfeld mit über 40 nicht mehr aktiven Vulkanen. Sie prägen das Stadtbild immens: Auckland ist nicht nur äußerst hügelig, sondern besitzt auch zahlreiche kleinere Berge (Vulkane), von denen man das Umland überblicken kann. Die bekanntesten dieser Erhebungen sind Mount Eden und One Tree Hill.

Mount Eden: Dieser erloschene Vulkan befindet sich mitten in Auckland.

Letzterer ist den Maori sogar heilig. Laut einer Maori-Legende wanderte ein Stamm über diesen Hügel, als eine Schwangere ihr Kind bekam. Traditionsgemäß wurde die Nabelschnur zertrennt und vergraben. Allerdings wurde sie nicht mit geschärftem Stein, sondern mit dem Zweig eines Totara-Baumes durchtrennt. An der Stelle, wo die Nabelschnur vergraben wurde, wuchs wenig später ein gewaltiger Baum heran, nach dem der "einbäumige Hügel" benannt wurde.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Zahlenspiele

5. Dezember

Mit etwa 1,4 Millionen Einwohnern ist Auckland die mit Abstand größte Stadt Neuseelands. Zum Vergleich: die zweitgrößte Stadt ist die Hauptstadt Wellington und hat weniger als halb so viele Einwohner (ca. 500.000). Durch die Zusammenlegung mehrerer dicht an dicht befindlichen Städte 2010 erweiterte sich die Fläche der Stadt auf 5600 km², allerdings leben nur 261 Einwohner pro km² in der City of Sails.

Was aber immer noch enorm erscheint im Vergleich zum Rest der Landes (16,4 Einwohner pro km²). Ganz Neuseeland hat nämlich nur 4,5 Millionen Einwohner, was bedeutet, dass jeder vierte Neuseeländer in Auckland wohnt. Bei den restlichen 3 Millionen Einwohnern hat das zu einer gewissen Skepsis geführt. Sie bezeichnen diese Leute mit ihrer Großstadt-Attitüde gerne als "Jafas" (Abkürzung für Just Another F***ing Aucklander).

Was es im Gegensatz zu Menschen häufig gibt in Neuseeland sind schottische Hirsche (zumindest in den Alpen der Südinsel). Die haben sich wegen des großen Nahrungsangebotes und der wenigen Fressfeinde rasant vermehrt und sind zu einer Plage geworden. All das hat dazu geführt, dass Neuseeland die größe Helikopterdichte pro Kopf aufweisen kann. In den unwegsamen Alpen werden die Tiere nämlich aus der Luft gejagt.

Dienstag, 4. Dezember 2012

Frühling

4. Dezember

Für alle Schneegeplagten unter euch hier ein paar Bilder aus dem frühlingshaften botanischen Garten von Auckland.


Montag, 3. Dezember 2012

Melting Pot Auckland

3. Dezember

Die Neuseeländer sind ein bunter Haufen. Schon die Geschichte der Besiedelung durch die Europäer legte dafür die Basis. Dass Weiße und Maori in der Folge mehr oder weniger friedlich neben einander her existierten, war sicherlich auch ein Faktor, der dazu beitrug. Vor allem aber die Öffnung Neuseelands Richtung Asien in den Siebziger Jahren führte zu einer Zuwanderungswelle aus China, Hongkong, Japan, Malaysia, Indien und so weiter...

Dadurch bietet sich auf den Straßen Aucklands ein komplett gemischtes Bild. Weiße, Pazifik-Insulaner, Asiaten und Inder halten sich beinahe die Waage. Dieser Mischmasch kann aber auch Komplikationen mit sich bringen. Zum Beispiel, wenn man eine Umfrage durchführt und das Ergebnis nach Ethnien aufteilt (so gesehen in einem Karten-Atlas). Die verschiedenen aufgeführten Ethnien waren: Pazifik-Insulaner, Inder, Asiaten, Maori, Neuseeland-Europäer und Neuseeländer.

Was aber ist der Unterschied zwischen Neuseeland-Europäern und Neuseeländern? Wer bei Umfragen angibt, er sei Neuseeland-Europäer, ist Weißer. Wer "Neuseeländer" ist, möchte keinen Unterschied zwischen Maori und Weißen machen und fühlt sich eben als Teil von beiden Gruppen. Potenziell ist diese Person also entweder Maori oder Weißer. Das macht es natürlich schwierig, solche Diagramme sinnvoll auszuwerten. Da dem Neuseeländer seine "PC" (Political Correctness) aber heilig ist, steht diese Freiheit der Wahl überhaupt nicht zur Debatte.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Straßenverkehr #1: Bumper Mania

2. Dezember

Was einem sofort einfällt, wenn man an Unterschiede im Straßenverkehr zwischen Neuseeland und Deutschland aufzählen möchte, ist natürlich das Fahren auf der "falschen" Straßenseite. Überraschenderweise ist dies bei Weitem nicht die einzige Eigenheit, die mehr oder weniger nervtötend ist.

Ein äußerst großes Ärgernis ist aus unserer Sicht der "Bumper". Diese kleinen künstlichen Hügel aus Asphalt, die mit dem Ziel errichtet werden, die Verkehrsteilnehmer zum Verlangsamen zu zwingen, sind bei uns zwar auch bekannt. Aber in Neuseeland scheinen sich die Verantwortlichen in diesen Feind jedes Autofahrers verliebt zu haben. JEDE Nebenstraße ist von Bumpern gepflastert, auf fast JEDER Hauptstraße wurde hier und da ein Bumper eingestreut und selbst in Kreisel und Parkhäuser wurden diese Hindernisse integriert. Auf dem Foto sind besonders schöne Exemplare zu bewundern. Auf einem völlig abgelegenen, kleinen Wendekreis vor dem Eingang zu einem Nationalpark wurden vier (!) Bumper in den Boden eingelassen.

 Idyllische Hinderniswelt: Zumindest das Kind scheint sich über die Bumper zu freuen. Die hier abgebildeten Hindernisse sind übrigens winzig im Vergleich zu ihren ausgewachsenen Kollegen in den Straßen Aucklands. Wer sie mit mehr als 20 km/h passiert, muss sich über Schäden am Auto nicht wundern...


Samstag, 1. Dezember 2012

Das Geheimnis des Silberfarns

1. Dezember

Jetzt ist es schon bald Weihnachten und wir hätten beinahe die Adventszeit verschlafen. Gerade rechtzeitig haben wir beschlossen, euch Daheimgebliebenen einen Adventskalender zu gestalten. Keinen normalen mit krebserregender Schokolade (behauptet zumindest Stiftung Warentest, wie wir vernahmen), sondern einen in Blog-Form. Damit wir euch nicht langweilen, werden wir versuchen, jeden Tag bis Weihnachten einen kleinen neuen Eintrag zu schreiben, in den wir uns mit neuseeländischen Eigenheiten, Informativem vom anderen Ende der Welt oder Anekdoten aus unserem täglichen Leben befassen, die wir normalerweise nicht in einen Blog-Eintrag einfließen lassen können.

Was sich hinter Türchen Nummer 1 verbirgt, könnt ihr hier lesen:

In Neuseeland dreht sich Vieles um eine rätselhafte Pflanze namens Silver Fern. Ihre Bezeichnung verdankt sie ihrem Aussehen. Obwohl dies auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist. Denn nur wer die Blattrückseite begutachtet, die normalerweise dem Boden zugewandt ist, erkennt die silberne Färbung der Blätter.














Cyathea dealbata: Links ist der Blattrücken zu sehen, rechts die Unterseite der Blätter.

Die Maori ließen sich von dem Aussehen der Blüten des Farnes inspirieren. Man findet an vielen Maori-Gebäuden und -Kunstgegenstände Formen, die an die Pflanze erinnern. Außerdem findet man die Blätter des Silver Ferns in zahlreichen Logos von Firmen und Organisationen wieder.


 Links: Die inoffizielle Flagge Neuseelands, rechts: Koru (Blüte des Silver Ferns)

Die Neuseeländer benutzen inzwischen häufig die weiße oder silberne Silhouette eines Silver Fern-Blattes anstelle ihrer eigentlichen Nationalflagge. Das sieht auch einfach schöner aus als der bei vielen verhasste Union Jack... Vor allem im Sport hat sich dieses Logo etabliert. So verwenden beispielsweise die All Blacks den Silver Fern als Symbol für ihr Heimatland. Besonders deutlich wird der Zusammenhang zwischen Neuseeland und Silberfarn aber bei der Frauen-Nationalmannschaft im Netball. Deren Name? The Silver Ferns.